Ankauf & Verkauf · 9 Min. Lesezeit
Altgold und Zahngold verkaufen: Worauf du beim Ankauf wirklich achten musst
Altgold und Zahngold verkaufen: So erkennst du seriöse Ankäufer, prüfst den Feingehalt und erzielst den besten Preis. Mit Beispielrechnung, Ablauf und FAQ.
Veröffentlicht am 29. Juli 2026

Ankauf & Verkauf
Altgold und Zahngold verkaufen heißt: du gibst Schmuckreste, kaputte Ketten oder Zahnkronen mit Goldanteil gegen Bargeld ab, wobei der Preis sich fast ausschließlich nach dem reinen Feingoldgewicht richtet – nicht nach Optik oder Design. Wer den Feingehalt kennt, den Tagespreis prüft und mehrere Ankaufsangebote vergleicht, holt oft 10 bis 30 Prozent mehr heraus als beim erstbesten Händler.
Was zählt als Altgold und Zahngold?
Altgold ist ein Sammelbegriff für gebrauchtes Gold, das nicht mehr als Schmuckstück oder Anlageobjekt weiterverkauft, sondern eingeschmolzen wird. Dazu zählen defekte Ringe, einzelne Ohrringe, gerissene Ketten, alte Uhrengehäuse mit Goldanteil und eben auch Zahngold – also Kronen, Brücken oder Inlays, die beim Zahnarzt entfernt wurden.
Der entscheidende Unterschied zu Anlageprodukten: Bei Barren und Münzen zahlt der Käufer für Reinheit und Wiederverkäuflichkeit, bei Altgold nur für das enthaltene Feingold. Wie stark sich reines Anlagegold von verarbeitetem Schmuckgold unterscheidet, erklären wir ausführlich im Vergleich Anlagegold vs. Schmuckgold. Für den Verkauf von Altgold ist vor allem eine Zahl relevant: der Feingehalt in Karat oder Promille.
Zahngold ist ein Sonderfall, weil es meist eine Goldlegierung mit Palladium, Silber oder Platin ist. Typische Dentallegierungen liegen zwischen 750 und 900 Promille Edelmetallanteil, wobei der reine Goldanteil oft niedriger ist als vermutet. Genau deshalb kann eine professionelle Analyse hier einen spürbaren Unterschied machen.
Karat, Promille und Punzen richtig lesen
Der Feingehalt steht als winzige Punze (Stempel) auf den meisten Schmuckstücken. Die geläufigsten Werte:
- 333 (8 Karat): 33,3 % Goldanteil – häufig bei älterem deutschem Modeschmuck.
- 585 (14 Karat): 58,5 % Goldanteil – der Klassiker bei Eheringen und Ketten.
- 750 (18 Karat): 75 % Goldanteil – hochwertiger Schmuck.
- 900/916/999: sehr hoher Goldanteil, seltener bei Schmuck, häufiger bei Münzen und Anlagegold.
Fehlt eine Punze oder ist sie unlesbar, muss der Ankäufer den Gehalt mit einer Säureprobe, einem Röntgenfluoreszenz-Gerät (RFA) oder – bei Zahngold – durch Einschmelzen und Analyse bestimmen. Wie du selbst erste Echtheitshinweise erkennst, zeigt unser Ratgeber zum Thema Gold auf Echtheit prüfen.
Wie sich der Ankaufspreis berechnet
Der Ankaufspreis für Altgold folgt einer simplen Formel: Feingoldgewicht × aktueller Goldpreis (Spotpreis) × Ankaufsquote des Händlers. Das Feingoldgewicht ergibt sich aus dem Gesamtgewicht multipliziert mit dem Feingehalt. Ein 585er Ring mit 4 Gramm enthält also 4 × 0,585 = 2,34 Gramm Feingold.
Der Spotpreis ist der weltweite Börsenpreis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold. Wie er zustande kommt und wie sich der Kilopreis entwickelt, erklären wir im Detail unter Preis 1 kg Gold. Wichtig beim Verkauf: Anders als beim Kauf zahlst du hier kein Aufgeld – im Gegenteil, der Ankäufer zieht seine Marge ab.
Genau diese Marge ist der Hebel für deinen Erlös. Seriöse Ankäufer zahlen bei Altgold typischerweise 90 bis 98 Prozent des Feingold-Materialwerts aus. Unseriöse Filialen oder Pfandleiher zahlen manchmal nur 60 bis 75 Prozent – die Differenz landet als Gewinn beim Händler.
Der wichtigste Satz beim Altgold-Verkauf: Nicht die Optik zählt, sondern das Feingoldgewicht mal Tagespreis mal Ankaufsquote. Wer alle drei Faktoren kennt, kann jedes Angebot in Sekunden überprüfen.
Beispielrechnung: Was du für einen typischen Schmuckposten bekommst
Nehmen wir einen realistischen Haushaltsposten: eine 585er Kette (8 g), zwei 333er Ohrringe (zusammen 3 g) und ein 750er Ring (5 g). Bei einem angenommenen Goldpreis von 75 Euro pro Gramm Feingold rechnen wir:
- Kette 585: 8 g × 0,585 = 4,68 g Feingold → 351 €
- Ohrringe 333: 3 g × 0,333 = 1,0 g Feingold → 75 €
- Ring 750: 5 g × 0,750 = 3,75 g Feingold → 281 €
Der reine Materialwert beträgt rund 707 Euro. Ein seriöser Ankäufer mit 95-Prozent-Quote zahlt dir etwa 672 Euro. Ein Anbieter mit nur 70 Prozent Quote drückt den Betrag auf rund 495 Euro – ein Unterschied von fast 180 Euro für exakt dasselbe Gold. Genau deshalb lohnt der Vergleich, wie ihn auch unser Schritt-für-Schritt-Ratgeber zum Verkauf von Altgold durchrechnet.
Wo du Altgold und Zahngold verkaufen kannst
Es gibt vier gängige Anlaufstellen, und jede hat ihre eigene Preis- und Vertrauenslogik. Welche Anlaufstellen sich generell lohnen und wie du seriöse Händler erkennst, vertieft unser Beitrag Gold verkaufen: Preise und Anlaufstellen.
Scheideanstalten – meist der beste Preis
Scheideanstalten schmelzen Altgold selbst ein und verdienen an der Weiterverarbeitung, nicht am Drücken deines Preises. Sie zahlen daher oft die höchsten Quoten. Wie so ein Ankauf abläuft, zeigen wir am Beispiel der ESG-Scheideanstalt und im Degussa-Ankauf-Vergleich. Zahngold ist hier besonders gut aufgehoben, weil professionelle Analyse den Palladium- und Platinanteil mitvergütet.
Juweliere, Goldankauf-Filialen und Online-Ankauf
Juweliere sind bequem, zahlen aber oft konservativ, weil sie das Gold weiterverkaufen statt einschmelzen. Goldankauf-Filialen in Innenstädten variieren stark – hier lohnt Skepsis bei aggressiver Werbung. Online-Ankäufer schicken dir ein versichertes Versandset; du erhältst nach Prüfung ein Angebot und kannst bei Ablehnung dein Gold zurückfordern. Achte darauf, dass diese Rücksendung kostenlos und die Sendung versichert ist.
Schritt für Schritt zum fairen Verkauf
Ein strukturiertes Vorgehen schützt dich vor Fehlkäufen und Verlust. So gehst du vor:
- Sortieren und wiegen: Trenne die Stücke nach Feingehalt (333, 585, 750) und wiege sie mit einer Küchen- oder Feinwaage. Zahngold separat halten.
- Feingoldgewicht berechnen: Gewicht × Feingehalt = enthaltenes Feingold pro Gruppe.
- Tagespreis prüfen: Aktuellen Goldpreis pro Gramm recherchieren und deinen Materialwert überschlagen.
- Mindestens drei Angebote einholen: Idealerweise eine Scheideanstalt, einen Online-Ankäufer und einen lokalen Anbieter.
- Ankaufsquote vergleichen: Rechne jedes Angebot in Prozent des Materialwerts um – das macht Preise vergleichbar.
- Schriftlich dokumentieren: Lass dir Gewicht, Feingehalt und Preis pro Gramm belegen. Bei Zahngold ist ein Analysebeleg Gold wert.
Die Verbraucherzentrale rät zusätzlich, unabhängige Informationen zu Preisen und Fallstricken heranzuziehen, bevor man ein Angebot annimmt – gerade bei mobilen Ankäufern und Kaffeefahrten.
Steuern beim Verkauf von Altgold und Zahngold
Für privat verkauftes Altgold gilt dieselbe Regel wie für Anlagegold: Nach einer Haltefrist von mehr als einem Jahr sind Gewinne aus dem Verkauf einkommensteuerfrei. Innerhalb eines Jahres greift die Spekulationsfrist mit einer Freigrenze. Die Details, inklusive Nachweispflichten, erklären wir im Ratgeber zu Gold steuerfrei verkaufen sowie zur Haltefrist bei Edelmetallen.
Bei geerbtem Schmuck ist der Anschaffungszeitpunkt des Erblassers maßgeblich – meist liegt er weit über einem Jahr zurück, sodass der Verkauf steuerfrei bleibt. Was du bei geerbtem Gold sonst beachten musst, fasst unser Ratgeber Gold geerbt: Was tun beim Verkauf zusammen. Zahngold aus dem eigenen Mund war nie ein Investitionsgut und ist beim Verkauf in der Praxis ohnehin steuerlich unkritisch.
Seriöse von unseriösen Ankäufern unterscheiden
Ein seriöser Ankäufer legt Gewicht und Feingehalt offen, wiegt in deinem Beisein, nennt einen transparenten Preis pro Gramm und drängt dich zu nichts. Warnsignale sind pauschale Festpreise pro Schmuckstück, verweigerte Einsicht in die Waage, aggressive Barzahlungsangebote auf der Straße oder Kaffeefahrten.
Auch wenn der Goldankauf selbst nicht der klassischen Bankenaufsicht unterliegt, gibt die BaFin grundsätzliche Orientierung dazu, wie regulierte Finanzdienstleister mit Verbrauchern umgehen müssen – ein nützlicher Maßstab für Vertrauenswürdigkeit. Unabhängige Testinstitute wie Stiftung Warentest veröffentlichen regelmäßig methodisch saubere Vergleiche und Warnungen, an denen du dich orientieren kannst.
Ein weiterer Anhaltspunkt für ein faires Angebot ist die Nähe zum aktuellen Börsenpreis. Die Deutsche Bundesbank dokumentiert Kapitalmarktdaten, und der frei verfügbare Goldspotpreis lässt sich jederzeit gegenprüfen. Liegt ein Angebot deutlich unter 90 Prozent des Materialwerts, solltest du weitersuchen.
Häufige Fragen zu Altgold und Zahngold
Wie viel ist mein Zahngold wert?
Zahngold besteht meist aus einer Legierung mit 750 bis 900 Promille Edelmetall, oft mit Palladium- und Platinanteil. Eine einzelne Krone wiegt selten mehr als 1 bis 2 Gramm. Rechne bei üblichen Goldpreisen mit rund 30 bis 80 Euro pro Krone – der genaue Wert ergibt sich erst nach professioneller Analyse.
Muss ich beim Verkauf von Altgold Steuern zahlen?
In aller Regel nein. Nach einer Haltefrist von über einem Jahr ist der private Verkauf steuerfrei. Nur bei Verkauf innerhalb eines Jahres mit Gewinn oberhalb der Freigrenze fällt Einkommensteuer an. Details findest du in unserem Steuer-Ratgeber.
Woran erkenne ich einen seriösen Goldankäufer?
Seriöse Ankäufer wiegen offen, nennen Feingehalt und Preis pro Gramm transparent und üben keinen Druck aus. Sie zahlen typischerweise 90 bis 98 Prozent des Materialwerts. Meide Straßen- und Kaffeefahrt-Ankauf sowie pauschale Festpreise ohne Gewichtsangabe.
Ist eine Punze allein ein Echtheitsbeweis?
Nein. Eine Punze ist ein Hinweis, aber kein Garant – sie kann gefälscht oder falsch sein. Ein seriöser Ankäufer prüft den tatsächlichen Feingehalt zusätzlich per Säuretest oder Röntgenfluoreszenz-Analyse. Bei fehlender Punze ist eine solche Prüfung ohnehin Pflicht.
Lohnt sich der Online-Ankauf gegenüber der Filiale?
Häufig ja, weil Online-Scheideanstalten geringere Filialkosten haben und höhere Quoten zahlen. Wichtig ist ein versicherter Versand und eine kostenlose Rücksendung, falls dir das Angebot nicht zusagt. Vergleiche immer mit mindestens einem lokalen Angebot.
Fazit: Wissen schlägt Bequemlichkeit
Beim Verkauf von Altgold und Zahngold zählt nur eines: das enthaltene Feingoldgewicht mal Tagespreis mal Ankaufsquote. Wer den Feingehalt kennt, den Materialwert selbst überschlägt und drei Angebote vergleicht, verhindert zuverlässig, unter Wert zu verkaufen. Wir bei EdelmetallKompass empfehlen, jedes Angebot in Prozent des Materialwerts umzurechnen – so wird der beste Anbieter in Sekunden sichtbar. Wenn du das Grundwissen vertiefen willst, hilft dir unser Einstiegsleitfaden für Anfänger.
KI-Redakteurin · KI-Redaktion
Lyra
Lyra ist die KI-Redakteurin von EdelmetallKompass. Sie recherchiert aktuelle Edelmetall- und Geldanlage-Themen, schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen, bevor jeder Artikel von der EdelmetallKompass-Redaktion redaktionell freigegeben wird.
Zuletzt aktualisiert
29. Juli 2026
ℹ️ Dieser Artikel wurde von unserer KI-Redaktion verfasst und vor Veröffentlichung von der EdelmetallKompass-Redaktion geprüft. Alle Zahlen und Bedingungen werden gegen unabhängige Quellen (Bundesbank, Verbraucherzentrale, BaFin) verifiziert.
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