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Ankauf & Verkauf · 9 Min. Lesezeit

Verkauf Altgold 2026: Schritt-für-Schritt zum besten Preis (mit Beispielrechnung)

Altgold verkaufen und den höchsten Preis erzielen: konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, echte Beispielrechnung pro Gramm, Ankauf-Vergleich und die typischen Fallstricke.

Veröffentlicht am 15. Juli 2026

Ankauf & Verkauf

So verkaufst du Altgold zum besten Preis: Feingehalt bestimmen, aktuellen Ankaufspreis pro Gramm bei mehreren Anbietern vergleichen, Materialwert selbst berechnen – und erst dann verkaufen. Für ein Gramm Altgold bekommst du 2026 je nach Feingehalt typischerweise zwischen 30 € (333er) und rund 75 € (750er). Scheideanstalten zahlen dabei in vielen Fällen mehr als Juweliere oder Pfandhäuser. Dieser Leitfaden zeigt dir jeden Schritt konkret.

Was ist Altgold – und was zählt dazu?

Altgold ist Gold, das nicht mehr genutzt wird und primär nach seinem reinen Materialwert (Feingoldgehalt) gehandelt wird – nicht nach Sammler- oder Designwert. Anders als bei Anlagemünzen zählt hier fast ausschließlich, wie viel reines Gold tatsächlich enthalten ist.

Zum Altgold gehören unter anderem:

  • Alter oder kaputter Goldschmuck (Ringe, Ketten, Ohrringe, Armbänder)
  • Zahngold (Kronen, Brücken – oft 750er oder höher legiert)
  • Bruchgold, einzelne Ohrringe ohne Partner, defekte Verschlüsse
  • Alte Goldmünzen ohne Sammlerwert und kleine Goldbarren

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Schmuck- und Anlagegold: Während Anlageprodukte wie Barren und Anlagemünzen nah am Spotpreis gehandelt werden, wird Schmuck über den Feingehalt bewertet. Den Unterschied erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zu Anlagegold vs. Schmuckgold. Handelt es sich bei deinem Stück doch um eine gefragte Anlagemünze, lohnt oft ein Verkauf als Münze statt als Altgold – etwa bei einem Krügerrand oder einem Gold Maple Leaf.

Voraussetzungen: Was du vor dem Verkauf brauchst

Bevor du Altgold verkaufst, solltest du drei Dinge geklärt haben: den Feingehalt, das Gewicht und den aktuellen Goldpreis. Damit kannst du jeden Angebotspreis selbst prüfen und musst dich nicht auf die Zahlen des Ankäufers verlassen.

Deine Checkliste vor dem Verkauf:

  • Feingehalt-Stempel finden: 333, 375, 585, 750, 900, 916, 999 – die Punze steht meist an Verschluss oder Innenring.
  • Präzise Waage (0,01 g) oder Küchenwaage nutzen und Gewicht in Gramm notieren.
  • Steine, Perlen und Nicht-Gold-Teile mental abziehen – dafür wird nicht gezahlt.
  • Aktuellen Goldpreis pro Gramm checken (Feingold 999).
  • Ausweis bereithalten – bei Gold-Verkäufen besteht Identifizierungspflicht.

Der Feingehalt sagt, wie viel reines Gold enthalten ist: 585er Gold besteht zu 58,5 % aus Feingold, 750er zu 75 %. Ein 10-Gramm-Ring aus 585er Gold enthält also 5,85 Gramm reines Gold. Wenn kein Stempel vorhanden ist, hilft ein professioneller Test. Wie du Echtheit und Feingehalt prüfen lässt, zeigt unser Ratgeber zum Prüfen der Echtheit von Edelmetallen. Seriöse Ankäufer nutzen dafür meist eine berührungslose RFA-Analyse.

Was bekommst du für 1 Gramm Altgold? Die Beispielrechnung

Der Ankaufspreis pro Gramm ergibt sich aus dem aktuellen Feingoldpreis multipliziert mit dem Feingehalt – abzüglich der Marge des Ankäufers. Rechnen wir mit einem Feingoldpreis (999) von rund 100 € pro Gramm, was 2026 in der Größenordnung realistisch ist. Wie sich der Kilopreis und der Spotpreis zusammensetzen, erklären wir im Detail im Ratgeber zum Preis für 1 kg Gold.

Materialwert pro Gramm nach Feingehalt (bei 100 €/g Feingold):

  • 333er (8 Karat): 33,3 % × 100 € = 33,30 € Materialwert
  • 585er (14 Karat): 58,5 % × 100 € = 58,50 € Materialwert
  • 750er (18 Karat): 75,0 % × 100 € = 75,00 € Materialwert

Das ist der Materialwert – nicht der Auszahlbetrag. Ankäufer behalten eine Marge ein, weil sie das Gold noch einschmelzen und scheiden lassen müssen. Realistisch zahlen faire Anbieter 90–97 % des Materialwerts, unseriöse deutlich weniger. Für unseren 10-Gramm-585er-Ring (Materialwert 585 €) bedeutet das:

  1. Faire Scheideanstalt (95 %): rund 555 €
  2. Durchschnittlicher Onlineankäufer (90 %): rund 525 €
  3. Juwelier/Pfandhaus (70–80 %): nur 410–470 €
Der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot für dasselbe Stück kann 20–30 % betragen. Wer nicht vergleicht, verschenkt bares Geld.

Das Grundprinzip von An- und Verkaufsspannen ist übrigens dasselbe wie beim Aufgeld im Einkauf – nur umgekehrt. Wie diese Handelsspanne entsteht, erklärt unser Ratgeber zum Aufgeld bei Gold.

Schritt für Schritt: So verkaufst du Altgold richtig

Mit einem strukturierten Vorgehen holst du den besten Preis heraus und vermeidest die häufigsten Fehler. Folge diesen sieben Schritten:

  1. Sortieren: Trenne die Stücke nach Feingehalt (333, 585, 750 …), damit jedes zum korrekten Preis bewertet wird.
  2. Wiegen und rechnen: Ermittle den Materialwert pro Feingehalt selbst mit dem aktuellen Goldpreis.
  3. Preise vergleichen: Hole mindestens drei Angebote ein – Scheideanstalt, Onlineankäufer, lokaler Händler.
  4. Seriosität prüfen: RFA-Analyse, transparente Preisliste pro Gramm, Rücksendung bei Nichteinigung kostenlos?
  5. Bei Online-Verkauf: versicherter Versand und dokumentierte Wareneingangs-Prüfung.
  6. Angebot annehmen oder ablehnen: Bei fairen Anbietern erhältst du ein verbindliches Angebot vor dem Einschmelzen.
  7. Auszahlung und Beleg: Lass dir eine Abrechnung mit Gewicht, Feingehalt und Preis pro Gramm geben.

Für den Vergleich verschiedener Verkaufswege lohnt ein Blick in unseren praktischen Ratgeber Gold verkaufen: Preise und Anlaufstellen. Wer konkret einen großen Anbieter vergleichen will, findet in unserem Ankauf-Vergleich bei Degussa eine echte Gegenüberstellung von Filial- und Online-Verkauf.

Wo verkaufst du Altgold am besten?

Es gibt mehrere Anlaufstellen, und sie unterscheiden sich deutlich im Preis. Grob gilt: Je näher am Rohstoffkreislauf, desto besser der Preis – weil weniger Zwischenhändler mitverdienen.

Scheideanstalten

Scheideanstalten recyceln Edelmetalle industriell und zahlen deshalb häufig die besten Preise. Sie arbeiten mit RFA-Analyse und veröffentlichen tagesaktuelle Ankaufspreise pro Gramm und Feingehalt. Wie eine der bekanntesten deutschen Scheideanstalten arbeitet, beschreibt unser Ratgeber zum ESG Goldankauf.

Juweliere und Edelmetallhändler

Der Vorteil: Du bekommst dein Geld sofort und vor Ort. Der Nachteil: Juweliere zahlen oft weniger, weil sie das Gold weiterverkaufen oder erst zur Scheideanstalt bringen müssen – ihre Marge geht von deinem Preis ab.

Banken und Pfandhäuser

Einige Banken kaufen Gold von Kunden an, allerdings meist nur Barren und Anlagemünzen, kaum Schmuck. Pfandhäuser sind für einen Verkauf selten die erste Wahl, weil sie stärker auf kurzfristige Beleihung ausgelegt sind und niedrigere Preise ansetzen. Die Verbraucherzentrale rät generell, mehrere Angebote einzuholen und sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen – ihre allgemeinen Hinweise zu Finanzgeschäften findest du bei der Verbraucherzentrale.

Steuern beim Verkauf von Altgold

Gute Nachricht für die meisten Verkäufer: Gewinne aus dem Verkauf physischen Goldes sind nach einer Haltefrist von mehr als einem Jahr steuerfrei. Bei geerbtem oder lange getragenem Familienschmuck ist diese Frist praktisch immer überschritten. Alle Details – inklusive Nachweispflicht und Ausnahmen – erklären wir im Ratgeber zur Steuer und Haltefrist bei Edelmetallen.

Innerhalb der einjährigen Frist ist ein Gewinn nur steuerpflichtig, wenn er zusammen mit anderen privaten Veräußerungsgeschäften die Freigrenze von 1.000 € pro Jahr übersteigt (Stand 2024/2025). Bei Altgold mit langer Besitzdauer ist das meist kein Thema.

Was viele mit der beliebten Suchfrage ‚Was passiert, wenn ich Gold über 2000 € verkaufe?‘ meinen, ist eigentlich die Identifizierungspflicht: Seit einigen Jahren müssen Edelmetallhändler bei Bargeschäften ab bestimmten Grenzen deine Identität erfassen (Geldwäscheprävention). Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge – es bedeutet nicht automatisch, dass Steuer anfällt.

Typische Fallstricke – und wie du sie vermeidest

Beim Altgold-Verkauf lauern einige vermeidbare Fehler, die dich schnell 10–30 % kosten können:

  • Nur ein Angebot einholen: Ohne Vergleich fehlt dir die Verhandlungsbasis. Immer mehrere Anbieter checken.
  • Mischgewicht statt getrennt nach Feingehalt: Wird alles zum niedrigsten Feingehalt gewertet, verlierst du bei den höherwertigen Stücken.
  • Reklame-Locker: ‚Höchstpreise‘-Werbung ohne transparente Preisliste pro Gramm ist ein Warnsignal.
  • Verkauf unter Zeitdruck: Mobile Goldankäufer auf Märkten oder ‚nur heute‘-Aktionen führen oft zu niedrigen Preisen.
  • Gold verschenken statt Münze prüfen: Sammler- oder Anlagemünzen können deutlich mehr wert sein als ihr reiner Goldgehalt.

Ein sicheres Grundgefühl für Edelmetallgeschäfte bekommst du, wenn du auch die Einkaufsseite kennst – etwa im Einstiegsleitfaden Gold kaufen für Anfänger oder im Vergleich Goldbarren oder Goldmünzen. Wer physisches Gold behält, statt es zu verkaufen, findet Tipps im Ratgeber Gold sicher lagern. Achte außerdem darauf, dass dein Ankäufer über die nötige gewerbliche Erlaubnis verfügt – die BaFin informiert allgemein über Aufsicht und Pflichten von Finanzdienstleistern.

Häufige Fragen zum Verkauf von Altgold

Was bekommt man für 1 Gramm Altgold?

Das hängt vom Feingehalt ab. Bei einem Feingoldpreis von rund 100 € pro Gramm bekommst du für 1 Gramm 333er Gold etwa 30–33 €, für 585er rund 53–58 € und für 750er etwa 68–75 €. Faire Ankäufer zahlen 90–97 % des reinen Materialwerts, der Rest ist ihre Bearbeitungsmarge.

Wo verkaufe ich am besten meinen Altgold?

Scheideanstalten zahlen in vielen Fällen die besten Preise, weil sie das Gold direkt recyceln. Danach folgen seriöse Onlineankäufer mit RFA-Analyse. Juweliere und Pfandhäuser sind bequem, zahlen aber oft weniger. Am wichtigsten: Hole mindestens drei Angebote ein und vergleiche den Preis pro Gramm.

Was zahlen Händler für Altgold?

Seriöse Händler orientieren sich am tagesaktuellen Feingoldpreis und zahlen einen prozentualen Anteil des Materialwerts – je nach Anbieter zwischen etwa 70 % (Pfandhaus/Juwelier) und 97 % (Scheideanstalt). Verlange immer eine transparente Preisliste pro Gramm und Feingehalt, um den Auszahlbetrag prüfen zu können.

Was passiert, wenn ich Gold über 2000 € verkaufe?

Ab bestimmten Beträgen greift die geldwäscherechtliche Identifizierungspflicht: Der Händler muss deinen Ausweis erfassen. Das ist Routine und bedeutet nicht automatisch, dass Steuer anfällt. Steuerpflicht entsteht nur, wenn du innerhalb der einjährigen Haltefrist verkaufst und die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte überschreitest.

Ist der Verkauf von Altgold steuerfrei?

In den meisten Fällen ja. Wenn du das Gold länger als ein Jahr besessen hast – bei geerbtem Familienschmuck praktisch immer – ist der Gewinn steuerfrei. Details, Nachweispflichten und Ausnahmen findest du in unserem Ratgeber zur Haltefrist bei Edelmetallen.

Fazit: Vergleichen zahlt sich aus

Der Verkauf von Altgold ist kein Glücksspiel, wenn du die drei Kernzahlen kennst: Feingehalt, Gewicht und aktueller Goldpreis. Damit rechnest du den Materialwert selbst aus und erkennst sofort, ob ein Angebot fair ist. Der Unterschied zwischen dem besten und schlechtesten Anbieter liegt schnell bei 20–30 % – deshalb lohnt der Vergleich fast immer mehr als jede Verhandlung.

Nächster Schritt: Ermittle mit dem aktuellen Goldpreis deinen Materialwert, hole drei Angebote ein und wähle den Anbieter mit dem höchsten Preis pro Gramm und transparenter RFA-Analyse. Wir bei EdelmetallKompass helfen dir, seriöse Anlaufstellen zu erkennen und die Preise nachvollziehbar einzuordnen – damit du beim Verkauf deines Altgolds nichts verschenkst.

KI-Redakteurin · KI-Redaktion

Lyra

Lyra ist die KI-Redakteurin von EdelmetallKompass. Sie recherchiert aktuelle Edelmetall- und Geldanlage-Themen, schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen, bevor jeder Artikel von der EdelmetallKompass-Redaktion redaktionell freigegeben wird.

Zuletzt aktualisiert

15. Juli 2026

ℹ️ Dieser Artikel wurde von unserer KI-Redaktion verfasst und vor Veröffentlichung von der EdelmetallKompass-Redaktion geprüft. Alle Zahlen und Bedingungen werden gegen unabhängige Quellen (Bundesbank, Verbraucherzentrale, BaFin) verifiziert.

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