Silber · 6 Min. Lesezeit
Silberbarren Degussa: Stückelungen, Preise und worauf du achten solltest
Degussa-Silberbarren sind unter Anlegern beliebt – aber was kosten sie wirklich? Wir erklären Stückelungen, Aufgeld, Mehrwertsteuer und zeigen eine konkrete Beispielrechnung.
Veröffentlicht am 15. Juni 2026

Silber
Silberbarren von Degussa sind geprägte oder gegossene Barren aus Feinsilber (999 oder 999,9/1000), die vom deutschen Edelmetallhändler Degussa Goldhandel GmbH in verschiedenen Gewichtsklassen angeboten werden – von 10 Gramm bis 5 Kilogramm. Sie zählen zu den bekanntesten Silberprodukten auf dem deutschen Markt und werden sowohl von Einsteigern als auch von erfahrenen Anlegern gekauft. Doch bevor du kaufst, lohnt sich ein genauer Blick auf Preisstruktur, Aufgeld und steuerliche Besonderheiten.
Was sind Degussa-Silberbarren? Definition und Hintergrund
Die Marke Degussa hat eine lange Geschichte in der deutschen Edelmetallbranche. Die historische Degussa AG war jahrzehntelang eine der führenden Scheideanstalten Europas und produzierte geprägte sowie gegossene Silberbarren in Gewichten von 10 g bis 5 kg aus Feinsilber mit einer Reinheit von 999/1000. Heute führt die Degussa Goldhandel GmbH dieses Erbe fort – mit eigenen Filialen in mehreren deutschen Städten sowie einem Online-Shop.
Moderne Degussa-Silberbarren tragen das LBMA-Zertifikat (London Bullion Market Association), was ihre Handelbarkeit auf internationalen Märkten sicherstellt. Die Barren sind mit Gewichtsangabe, Feinheit und Herstellerstempel versehen – wichtige Merkmale für Wiederverkauf und Echtheitsprüfung. Neben Standardformaten gibt es auch Vintage-Designs als Prägungen, die bei Sammlern etwas begehrter sind.
Wichtig zu wissen: Silberbarren unterliegen in Deutschland der vollen Mehrwertsteuer von 19 % – im Gegensatz zu Goldbarren, die als Anlagegold mehrwertsteuerfrei sind. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die effektive Kostenbilanz. Mehr zur Differenzbesteuerung als mögliche Ausnahme erfährst du in unserem Ratgeber zur Silber-Mehrwertsteuer und Differenzbesteuerung.
Wie funktioniert der Kauf eines Degussa-Silberrbarrens?
Der Kaufprozess läuft über zwei Kanäle: den Online-Shop oder eine der Degussa-Filialen (u. a. in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Köln und Stuttgart). Online bestellst du den Barren, wählst Versand oder Selbstabholung und zahlst per Überweisung, Kreditkarte oder in bar vor Ort.
Der Preis setzt sich immer aus drei Komponenten zusammen:
- Silber-Spotpreis (aktueller Marktpreis je Feinunze bzw. Gramm, variiert täglich)
- Aufgeld (Prämie) des Händlers – deckt Präge-/Gusskosten, Logistik und Marge ab; sinkt prozentual bei größeren Stückelungen
- Mehrwertsteuer (19 %) auf den Gesamtbetrag (Spotpreis + Aufgeld) – bei Silber in Deutschland immer fällig, sofern keine Differenzbesteuerung greift
Das Aufgeld bei Degussa liegt typischerweise zwischen 5 % und 20 % über dem Spotpreis – je kleiner der Barren, desto höher die prozentuale Prämie. Wie das Aufgeld grundsätzlich funktioniert und wie du es einordnest, erklärt unser Ratgeber zum Gold-Aufgeld (die Mechanik ist bei Silber nahezu identisch).
Beispielrechnung: Was kostet ein 100-g-Silberbarren von Degussa wirklich?
Nehmen wir ein realistisches Szenario auf Basis eines Silber-Spotpreises von 0,85 € pro Gramm (ca. 28 USD/oz, umgerechnet). So sieht die Kalkulation für einen 100-g-Barren aus:
- Silberwert (Spot): 100 g × 0,85 € = 85,00 €
- Aufgeld (ca. 8 %): + 6,80 € → Zwischensumme: 91,80 €
- Mehrwertsteuer (19 %): + 17,44 € → Gesamtpreis: 109,24 €
Das bedeutet: Du zahlst für 100 g Silber mit aktuellem Marktwert von 85 € insgesamt rund 109 € – ein effektiver Aufschlag von etwa 28 % über dem reinen Metallwert. Dieser Unterschied ist nicht ungewöhnlich, zeigt aber deutlich, wie wichtig die Mehrwertsteuer im Silberkauf einzukalkulieren ist. Preise von ca. 120 € für 100 g (wie in manchen Quellen für 2024 angegeben) können sich bei einem höheren Spotpreis von ~0,95 €/g schnell erklären.
Bei Silberbarren gilt: Je größer die Stückelung, desto niedriger das prozentuale Aufgeld – ein 1-kg-Barren ist pro Gramm deutlich günstiger als zehn 100-g-Barren.
Zum Vergleich: Ein 1-kg-Barren kostet bei gleichem Spotpreis ca. 1.020–1.060 € (Aufgeld ~5–6 %), während zehn einzelne 100-g-Barren zusammen bis zu 1.092 € kosten können. Die Ersparnis durch größere Einheiten ist real – aber nur sinnvoll, wenn du das Kapital langfristig binden kannst und keinen schnellen Teilverkauf planst. Mehr zu den Preisen für 999er Silber pro Gramm und Kilo findest du in unserem gesonderten Ratgeber.
Häufige Fragen zu Degussa-Silberbarren (FAQ)
Was kostet 1 kg Silberbarren Degussa?
Der Preis eines 1-kg-Silberrbarrens von Degussa hängt direkt vom tagesaktuellen Silber-Spotpreis ab. Bei einem Spotpreis von 0,85 €/g beträgt der reine Materialwert 850 €. Zuzüglich eines typischen Aufgelds von 5–6 % und der Mehrwertsteuer von 19 % ergibt sich ein Gesamtpreis von ungefähr 1.020 bis 1.070 €. Bei höherem Silberpreis (z. B. 0,95 €/g) steigt der Gesamtpreis entsprechend auf rund 1.140–1.195 €. Prüfe den aktuellen Preis immer direkt beim Händler, da dieser sich täglich ändert.
Was kostet ein 100-g-Barren Silber?
Für einen 100-g-Silberbarren von Degussa zahlst du typischerweise zwischen 100 € und 130 €, je nach aktuellem Spotpreis und Aufgeldhöhe. Um 2020 lagen Preise noch bei ca. 70 €, 2024 wurden bereits rund 120 € aufgerufen – ein Anstieg, der den gestiegenen Silberpreis widerspiegelt. Die Mehrwertsteuer macht dabei allein 15–20 € des Endpreises aus.
Welcher Silberbarren ist der beste?
"Den besten" Silberbarren gibt es nicht pauschal – es kommt auf dein Ziel an. Für reine Kostenoptimierung schneiden LBMA-zertifizierte Großbarren (1 kg oder 5 kg) von etablierten Scheideanstalten (Degussa, Heraeus, Umicore, PAMP) am günstigsten ab. Für Flexibilität beim Teilverkauf sind kleinere Einheiten (100 g oder 1 oz) praktischer. Markennamen wie Degussa erhöhen die Wiederverkäuflichkeit, haben aber kaum Einfluss auf den Materialwert. Vergleich lohnt sich – schau dir auch an, wie Silber bei anderen Anbietern, z. B. bei der Sparkasse, abschneidet.
Wie viel Silber darf ich als Privatperson kaufen?
Es gibt in Deutschland keine gesetzliche Mengenbeschränkung für den Silberkauf als Privatperson. Allerdings besteht ab einem Barkaufbetrag von 2.000 € eine Ausweispflicht (Geldwäschegesetz, GwG §4). Händler wie Degussa sind verpflichtet, ab dieser Schwelle die Identität des Käufers zu erfassen. Bei Überweisungskauf gibt es keine solche Grenze, da die Zahlung bereits nachvollziehbar ist. Steuerlich gilt: Gewinne aus dem Verkauf von Silber (und anderen Edelmetallen) sind nach einer Haltefrist von mindestens einem Jahr steuerfrei – mehr dazu in unserem Artikel zur Steuer-Haltefrist bei Edelmetallen.
Kann ich Degussa-Silberbarren auch wieder verkaufen?
Ja – Degussa kauft eigene Barren (und Barren anderer LBMA-zertifizierter Hersteller) zurück. Der Ankaufspreis liegt typischerweise 3–6 % unter dem aktuellen Spotpreis. Beim Silberverkauf entfällt die Mehrwertsteuer für den Verkäufer, was bedeutet: Du bekommst den Netto-Materialwert ohne MwSt-Erstattung – du verlierst also beim Kauf-Verkauf-Zyklus die gezahlte Mehrwertsteuer. Das ist der strukturelle Nachteil von Silber gegenüber Gold. Wie der Ankauf bei Degussa generell funktioniert, beleuchten wir im Ratgeber zum Gold-Ankauf bei Degussa – die Abläufe sind für Silber vergleichbar.
Degussa-Silberbarren einordnen: Stärken und Schwächen im Überblick
Degussa-Silberbarren punkten mit hoher Bekanntheit, LBMA-Zertifizierung, breitem Stückelungsangebot und dem Vorteil, Käufe direkt in einer Filiale abwickeln zu können. Die Qualität ist unbestritten – Reinheit 999 oder 999,9/1000 entspricht dem Industriestandard für Anlagemetalle.
Die strukturelle Schwäche liegt nicht bei Degussa, sondern beim Produkt Silber selbst: die 19 % Mehrwertsteuer fressen einen erheblichen Teil der potenziellen Rendite. Silber müsste allein wegen der MwSt um gut 19 % steigen, bevor du im Einstand-Break-even bist. Ein Vergleich mit Goldprodukten (keine MwSt) ist daher immer sinnvoll – was Barren und Münzen unterscheidet, erklären wir im Ratgeber Goldbarren oder Münzen. Unabhängige Einschätzungen zu fairen Edelmetallpreisen und Händlerkonditionen findest du auch bei der Verbraucherzentrale oder bei Stiftung Warentest, die regelmäßig Finanzprodukte und deren Kosten bewertet.
Fazit: Degussa-Silberbarren sind eine seriöse, gut handelbare Wahl für Anleger, die physisches Silber halten möchten. Wähle möglichst große Stückelungen, um das Aufgeld zu minimieren, und kalkuliere die Mehrwertsteuer von Anfang an ein – sie ist der entscheidende Kostenfaktor. Wir bei EdelmetallKompass empfehlen, vor dem Kauf Preise mehrerer Händler zu vergleichen und die steuerliche Haltefrist von einem Jahr im Blick zu behalten, um Verkaufsgewinne steuerfrei zu realisieren.
KI-Redakteurin · KI-Redaktion
Lyra
Lyra ist die KI-Redakteurin von EdelmetallKompass. Sie recherchiert aktuelle Edelmetall- und Geldanlage-Themen, schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen, bevor jeder Artikel von der EdelmetallKompass-Redaktion redaktionell freigegeben wird.
Zuletzt aktualisiert
15. Juni 2026
ℹ️ Dieser Artikel wurde von unserer KI-Redaktion verfasst und vor Veröffentlichung von der EdelmetallKompass-Redaktion geprüft. Alle Zahlen und Bedingungen werden gegen unabhängige Quellen (Bundesbank, Verbraucherzentrale, BaFin) verifiziert.
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